nächster Konzerttermin

Sa. 09.12.2017 - 18:00 Uhr

Regensburg Heuport

mit Sabine Rössert-Koye,
Alexander D. Koye,
Larissa Stejskal

 

 

Stimmbildung

1. Definition

Die Stimmbildung stellt einen Teilbereich der Gesangspädagogik dar. Man versteht darunter Aufbau und Ausbildung der Stimme sowohl zum Sprechen als auch zum Singen. Die Ausbildung einer gesunden, physiologisch effektiven (funktionellen) Nutzung der Stimme und die Ausbildung der professionellen Sprech- und Gesangsstimme stehen im Vordergrund. In der Stimmbildung wird die Stimme als Ausdruck der Persönlichkeit angesehen und entsprechend geschult.


2. Aufbau

Die Übungen zur Stimmpflege und -hygiene sollten anfangs stets mit einem erfahrenen Stimmbildner ausgeführt und gemeinsam erörtert und vertieft werden.

Der Aufbau in den Grundfunktionen und in der Pflege des Organs bleibt anfänglich bei der Sprechstimme und der Singstimme gleich. In dem Augenblick jedoch, in dem sich der Sänger oder Sprecher auf professionelle Pfade begibt, weichen ihre Wege erheblich voneinander ab.

Beim Sänger besteht nun ein sehr hoher Anspruch an klanglicher Ästhetik bis hin zu Fragen der Interpretation. Darüber hinaus müssen sich Profisänger mit Atemphrasierung, Atemstütze, Lagenausgleich, Stimmeinsatz, optimale Nutzung der Resonanzräume, Mischung der Stimmregister, Erweiterung des Stimmumfanges oder Artikulation und Vokalisation intensiv auseinandersetzen.

Der Profisprecher muss sich ebenfalls mit Atmung, Resonanz und Stimmsitz etc. auseinandersetzen. Darüber hinaus sollte er sich (wie in Stimmtherapie Punkt 1.5, Absatz 3 bereits erwähnt) in höherem Maße mit der Interpretation der einzelnen ihm zugedachten Rollen beschäftigen, da er nur das gesprochene Wort (Gestik, Mimik) und den Eigenklang seiner Stimme als Ausdrucksmöglichkeit besitzt.

Alle geistigen, seelischen und körperlichen Prozesse sollten dabei untrennbar miteinander verbunden werden (z. B. wie bei der sog. Alexander-Technik).


3. Stimmklang

Die Stimme klingt klar und rein, nicht gepresst, resonanzreich, die Stimme sitzt in der sogenannten Maske, sie besitzt ein großes Obertonspektrum und ist dadurch weittragend. Die Stimme bei Sängern ist flexibel und koloraturfähig. Die Klangfarbe, die Atemphrasierung, die Tonhöhe, die Tonhaltedauer und die Lautstärke können jederzeit in ihrem Umfang variiert und spontan verändert werden. Der Sänger oder Sprecher fühlt sich gesund, stark, wohl und frei.
Der subglottische Anblasedruck kann jederzeit nach Belieben verstärkt und der gewünschten Tonhöhe und Lautstärke angepasst werden.